18 Milliarden Euro für Hightech in vier Jahren. Ein Witz. Während Microsoft das Vierfache in einem Jahr in Künstliche Intelligenz pumpt, feiert Berlin seinen Plan wie ein Meisterwerk. In Wahrheit ist es eine Bankrotterklärung deutscher Zukunftspolitik.
Deutschland ruft nach Innovation und liefert Verwaltung. Während die Welt in Lichtgeschwindigkeit vorprescht, baut man hierzulande Förderkulissen, schreibt Papiere und verteilt Kleingeld, als könne man damit Weltmarktführer werden. Man nennt das Hightech-Agenda. In Wahrheit ist es eine Lowtech-Beruhigungstablette für eine Regierung, die Angst vor der eigenen Zukunft hat.
Die 18 Milliarden Euro, für Quantentechnologie, KI, Biotechnologie, Mikroelektronik und Fusionsforschung, sind nicht einmal jährlich, sondern über vier Jahre verteilt. Vier Jahre! Das sind 4,5 Milliarden pro Jahr, während Microsoft allein 80 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur steckt. Deutschland schickt ein Bobbycar ins Formel-1-Rennen und glaubt ernsthaft, ein Chance im Rennen zu haben.
Wir waren einmal das Land der Ingenieure, der Forscher, der Tüftler. Heute sind wir das Land der Digital-Abwarte, der Verwaltungs-Optimierer, der „erst-mal-einen-Workshop-machen“-Fraktion. Wir haben mit unserer Forschung die Grundlagen für Künstliche Intelligenz gelegt und schauen jetzt zu, wie die USA und China das Geschäft machen.
Statt Milliarden in Bildung, Forschung, Digitalisierung zu stecken, investieren wir in Rüstung. Natürlich braucht ein Land Verteidigung. Aber wer Zukunft sichern will, muss in Wissen investieren, nicht in Waffen. Das ist keine Pazifismus-Predigt, das ist pure Vernunft.
Deutschland redet über Ethik, während andere handeln. Wir diskutieren über Regulierung, während in Kalifornien neue Welten entstehen. Wir warnen vor Risiken, während andere Chancen nutzen. Das Ergebnis: Wir werden vom Gestalter zum Zuschauer, vom Vorbild zum Nachzügler.
Die Folgen sind absehbar:
Wir verlieren unsere Wettbewerbsfähigkeit.
Wir verlieren Souveränität.
Wir verlieren Mut.
Unsere Kinder wachsen in einem Land auf, das stolz auf seine Papierakten ist, während die Welt längst in Quantenbits denkt.
Deshalb braucht es jetzt Mut. Kein Gerede. Kein Zögern. Keine Strategie-PowerPoints.
Wir brauchen ein Investitionsprogramm, das seinen Namen verdient. 100 Milliarden Euro in vier Jahren. Keine Förderhäppchen, sondern eine Technologieoffensive. Wir brauchen eine Brücke zwischen Forschung und Wirtschaft, nicht noch einen Kongress. Wir brauchen Geschwindigkeit statt Prozesse, Risiko statt Sicherheitsdenken.
Wir im Bundesverband für KI-Transformation sind bereit, diese Zukunft zu bauen. Wir haben die Köpfe, die Ideen, die Kraft. Aber wir brauchen eine Regierung, die aufhört, Angst zu haben.
Wenn wir so weitermachen, wird aus der Hightech-Agenda Deutschlands das, was sie längst ist: die Faxgeräte-Offensive der Bundesregierung.
Deutschland hat alles, was es braucht, außer Mut.
Und der entscheidet, ob wir die Zukunft gestalten oder sie importieren.
Norman Müller
Vorsitzender des Bundesverbandes für KI-Transformation e.V.


