Vieles ist messbar. Die Gedanken indes sind es nicht. Schön wär’s, in des Menschen Gehirn hineinschauen zu können! Dennoch ist es natürlich möglich, Menschen zu beeinflussen und zu indoktrinieren. Es ist auch möglich, auf dem limbisches System bis zum Gehirnkollaps mit Werbebotschaften herumzutrampeln. Aber ob ein derart behandelter Mensch bereit ist, sich langfristig an eine Marke oder einen Menschen zu binden? Am liebsten binden sich Menschen an Dinge, die ihnen sympathisch sind, für die sie Zuneigung empfinden. Es dürfte auch weitgehende Einigkeit darüber herrschen, dass Menschen, die frei und verantwortungsvoll sind sowie Individuen, die selbstbewusst und humorvoll auch mit ihren Macken umgehen können, besonders sympathisch erscheinen. Wir fühlen mit ihnen, weil unsere implizite Aufmerksamkeit berührt wird. Man nennt dies den „Pull-Effekt“. Wir fühlen uns angezogen. Noch wichtiger indes wäre es, von sich selbst angezogen zu sein, mit sich selbst zu fühlen, sich selbst nachzuvollziehen. Der Weg dorthin setzt einen ersten, schwierigen Schritt, den ‚Turnaround to myself‘, voraus. Der Weg ist das Ziel Wenn wir diesen ersten Schritt getan haben, befinden wir uns schon auf der Via Regia, auf der Hauptstraße nach innen, dorthin, wo das Selbst sich befindet. Dort befinden sich die Markierungen und Gravuren, die uns vom eigenen Leben verabreicht worden sind. Dabei dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, dass der Sinn unserer Selbstfindung letztendlich die Erreichung eines Images ist, das sich aber in Reichweite des Bewusstseins befinden muss und nicht in irgendeiner narzisstischen Galaxie jenseits von Edeka. Schließlich wollen wir es handhaben können. Wir sitzen am Steuer. Als würde ein Raumschiff von Wolkenkuckucksheim aus zum Ort seines Ursprungs zurückschweben, so führt der Weg zur inneren Freiheit gleichzeitig zur immer stärker und stabiler werdenden Bindung an das eigene Selbst. Die Bestandteile des Persönlichkeitsselbst sind über ligandenartige Strukturen miteinander verbunden. Als veranschaulichendes Modell sei das Atomium in Brüssel genannt. Wer kennt es nicht? Die Strukturmuster und die Stärke der Verbindungen sowie ihre Entfernungen voneinander sind von Mensch zu Mensch verschieden. Mensch-Marke-Analogien Entsprechende Bindungsstrukturen finden sich auch bei der Marke. Es ist wie beim Menschen: Bindungen und Muster, bestehend aus Wünschen, Träumen, Visionen, Aversionen, Ideen und mehr. Sie ergeben die inneren Strukturen sowohl des Menschen als auch des Markenkonstrukts. Diese Struktur strahlt als Image nach außen und entfaltet Sogwirkung – oder auch nicht, je nachdem, ob es sich um eine starke oder um eine schwache Marke bzw. Persönlichkeit handelt. Zurück zur Königsallee Bevor wir uns also daran machen können, ein nach außen strahlendes Image zu entwerfen und zu entwickeln, müssen wir uns selbst kennenlernen und die nicht miteinander verbundenen Teile unseres Selbst zueinander in Beziehung setzen und miteinander verbinden, indem wir mit ihnen kommunizieren und sie dann miteinander kommunizieren lassen. Es v
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