Es beginnt nicht mit einem Virus. Nicht mit einem Alarm im Rechenzentrum. Nicht einmal mit einem verdächtigen Login. Es beginnt wie etwas völlig Harmloses: ein Chat. Ein freundlicher Satz, ein kleines Kompliment, ein Dialog, der sich echt anfühlt. Doch genau hier liegt die neue Realität in der CyberSecurity. Künstliche Intelligenz macht Angriffe nicht nur schneller, sondern vor allem leiser, menschlicher und unendlich skalierbar. Wo früher einzelne Täter mühsam Profile anlegten und Menschen manipulierten, übernimmt heute eine KI tausende Gespräche gleichzeitig. Sie baut Vertrauen auf, sammelt Spuren und zieht im Hintergrund die Landkarte eines Systems. Und wenn der Moment kommt, an dem alle Türen offen stehen, reicht ein einziger Klick, um aus Kommunikation einen Totalschaden zu machen.
Auf dem 39. Chaos Communication Congress in Hamburg zeigte die Hacktivistin, die unter dem Pseudonym Martha Root auftrat, eine Entwicklung, die für viele Organisationen noch immer unterschätzt wird. Sie demonstrierte live, wie sich Künstliche Intelligenz zur Skalierung von Social Engineering einsetzen lässt und welche systemischen Schwächen daraus entstehen, wenn digitale Plattformen auf Vertrauen, Profile und Konversation setzen, ohne diese ausreichend abzusichern.



