In Gesprächen mit jungen Menschen begegnet mir eine Begründung für den Verzicht auf KI-Chatbots, die mich beschäftigt. Sie sagen sinngemäß, sie wollten lieber selbst denken. Ich verstehe diesen Wunsch. Wer seine Gedanken einer Maschine überlässt, bevor er ihnen eine eigene Richtung gegeben hat, kann sich um etwas bringen: um die Erfahrung, einen Zusammenhang selbst zu erkennen, einen Irrtum zu bemerken oder ein schwieriges Problem nach mehreren Versuchen zu lösen. Trotzdem frage ich mich, ob diese jungen Menschen aus einer berechtigten Sorge eine Entscheidung ableiten, die ihnen Möglichkeiten verschließt. Denn mit KI lässt sich auch streiten, nach Gegenargumenten suchen und das eigene Verständnis prüfen.
Mich interessiert daran inzwischen eine Frage, die über den richtigen Umgang mit einem Chatbot hinausgeht. Als Unternehmer und Vater sehe ich, welche Chancen KI Menschen eröffnet, die bereits Erfahrung gesammelt haben. Sie können auf etwas zurückgreifen, das junge Menschen erst aufbauen müssen. Wir verfügen über berufliche Maßstäbe, haben Fehlentscheidungen erlebt und gelernt, wann eine überzeugende Antwort am eigentlichen Problem vorbeigeht. Wenn wir diese Erfahrung nun mit KI verbinden, können wir unsere Möglichkeiten erheblich erweitern. Zugleich entscheiden wir in Unternehmen und Institutionen darüber, unter welchen Bedingungen die nächste Generation solche Erfahrungen überhaupt noch sammeln kann.
Ich halte das für eine der unterschätzten Verantwortungsfragen der KI-Transformation. Wir sollten ihren Erfolg auch daran messen, ob junge Menschen durch unsere Entscheidungen bessere Voraussetzungen erhalten, selbst urteilen und handeln zu können. Dafür möchte ich einen Begriff zum Maßstab machen, den wir bisher häufig mit ökologischer Verantwortung verbinden: Enkelfähigkeit.
Erfahrung lässt sich verstärken. Wie entsteht sie künftig?
Prof. Dr. Yasmin Weiß beschreibt künstliche Intelligenz als mögliches berufliches Geschenk für ihre Generation. Sie meint damit Menschen, die langjährige Erfahrung mit Offenheit für neue Technologien verbinden. Dieser Gedanke überzeugt mich. Wer eine Branche kennt, kann andere Fragen stellen als jemand, der ihre Zusammenhänge gerade erst kennenlernt. Wer Entscheidungen verantwortet hat, weiß häufig genauer, welche Informationen fehlen und welche Annahmen eine Prüfung verdienen. KI kann helfen, diese Fähigkeiten in einem größeren Arbeitsbereich einzusetzen.
Daraus folgt allerdings keine wissenschaftlich gesicherte Rangfolge, nach der ältere Menschen grundsätzlich stärker von KI profitieren. Eine im Quarterly Journal of Economics veröffentlichte Untersuchung von mehr als 5.000 Beschäftigten im Kundensupport zeigt ein anderes Bild. Mit einem KI-Assistenten stieg die Zahl der pro Stunde gelösten Anliegen im Durchschnitt um 15 Prozent. Besonders profitierten Beschäftigte mit wenig Erfahrung und geringeren Ausgangsleistungen. Bei den erfahrensten und leistungsstärksten Beschäftigten fanden die Forschenden nur geringe Geschwindigkeitsgewinne und kleine Qualitätseinbußen. In diesem Arbeitsumfeld half KI also gerade denjenigen, die noch aufholen mussten.
Das ist eine ermutigende Aussicht. Berufliches Wissen könnte Menschen früher zugänglich werden, die bisher lange auf Unterstützung warten mussten. Allerdings braucht jemand zunächst eine Stelle, in der er diese Unterstützung nutzen kann. Die Frage, wie gut ein Berufseinsteiger mit KI arbeitet, unterscheidet sich von der Frage, ob ein Unternehmen ihn noch einstellt.
Hier zeigen aktuelle amerikanische Daten ein Warnsignal. Forschende des Stanford Digital Economy Lab berichten in einer im August 2026 überarbeiteten Analyse, dass die Beschäftigung der 22- bis 25-Jährigen in KI-exponierten Berufen hinter der Entwicklung weniger exponierter Gleichaltriger zurückbleibt. Die von ihnen berechnete Lücke beträgt inzwischen 19 Prozent gegenüber diesem Vergleichspfad. Sie entsteht vor allem durch weniger Einstellungen. Die Autoren bezeichnen ihre Ergebnisse ausdrücklich als frühe beschreibende Hinweise, nicht als kausalen Nachweis einer Wirkung von KI. Für Deutschland lässt sich daraus keine entsprechende Verlustzahl ableiten.
Der mögliche Widerspruch bleibt dennoch relevant: KI kann den beruflichen Einstieg fachlich erleichtern und zugleich wirtschaftliche Anreize schaffen, weniger Menschen diesen Einstieg zu ermöglichen. Für ein Unternehmen erscheint es womöglich vernünftig, eine Recherche oder einen ersten Entwurf automatisieren zu lassen. Für einen jungen Beschäftigten hätte genau diese Aufgabe Gelegenheit geboten, Zusammenhänge kennenzulernen, Fehler zu machen und eine Rückmeldung zu bekommen. Wenn solche Aufgaben entfallen, müssen wir uns damit beschäftigen, wo der Lernprozess künftig stattfinden soll.
Dabei verdient längst nicht jede bisherige Einstiegsaufgabe ihre Erhaltung. Junge Menschen sollten keine sinnlose Routine erledigen müssen, nur weil ihre Vorgesetzten das früher ebenfalls mussten. KI könnte ihnen früher anspruchsvolle Arbeit ermöglichen. Doch dieser Fortschritt verlangt Betreuung und eine bewusste Gestaltung des Einstiegs. Wer Routine automatisiert, hat damit noch keinen besseren Lernweg geschaffen.
Wir haben die Paywalls abgeschafft. Jede Woche veröffentlichen wir neue Essays und Podcast-Folgen, auf die du kostenlos zugreifen kannst.
Wenn du unsere Arbeit unterstützen möchtest, freuen wir uns über ein bezahltes Abo. Damit kannst du auch an unseren Podcast Live-Talks teilnehmen, im Live-Chat mitdiskutieren und dich im Substack Community Chat austauschen. Zugleich hilfst du uns, weitere Essays zu schreiben und spannende Podcast-Gäste einzuladen.
Welche Möglichkeiten geben wir weiter?
Deutschland steht vor einem großen personellen Übergang. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes werden bis 2040 rund 13,3 Millionen der Erwerbspersonen des Jahres 2025 das gesetzliche Rentenalter von 67 Jahren überschritten haben. Das entspricht 30 Prozent. Diese Zahl beschreibt eine Altersentwicklung, keine exakt vorhersehbare Zahl frei werdender Stellen. Sie macht aber deutlich, wie viele Menschen mit beruflicher Erfahrung in den kommenden Jahren vor dem Übergang in den Ruhestand stehen.
KI kann in dieser Situation helfen, Arbeit zu bewältigen und Wissen zugänglicher zu machen. Gerade deshalb wäre es kurzsichtig, ihren Einsatz allein anhand kurzfristiger Personaleinsparungen zu bewerten. Unternehmen brauchen auch künftig Menschen, die schwierige Fälle verstehen und Verantwortung übernehmen können. Diese Fähigkeiten müssen irgendwo entstehen. Die heute vorhandene Expertise lässt sich nur dann dauerhaft nutzen, wenn nachfolgende Beschäftigte Gelegenheit erhalten, sie zu prüfen, weiterzuentwickeln und durch eigene Erfahrungen zu ergänzen.
Viele Menschen, die heute Investitionen freigeben, Arbeitsabläufe verändern oder Bildungsentscheidungen treffen, werden einen Teil der langfristigen Folgen außerhalb ihres aktiven Berufslebens erleben. Jüngere Menschen müssen unter diesen Bedingungen ihre wirtschaftliche Selbstständigkeit erst aufbauen. Daraus erwächst eine besondere Verantwortung für diejenigen, die heute entscheiden. Sie ergibt sich aus ihrem Einfluss und ihren Handlungsmöglichkeiten, unabhängig davon, welcher Generation sie angehören.
Enkelfähigkeit bedeutet für mich, bei einer heutigen Entscheidung die künftige Handlungsfreiheit anderer Menschen mitzudenken. Dazu gehören eine bewohnbare Umwelt ebenso wie Bildung, wirtschaftliche Teilhabe und die Möglichkeit, Entscheidungen zu widersprechen. Der Begriff schließt Menschen ohne eigene Kinder selbstverständlich ein. Er fragt danach, welche Voraussetzungen wir weitergeben und ob andere damit etwas Eigenes anfangen können.
Dabei müssen wir unseren Kindern zugestehen, dass sie andere Vorstellungen von einem guten Leben entwickeln werden als wir. Wir können ihre Zukunft weder verlässlich vorhersagen noch für sie festlegen. Wir können ihnen jedoch Kenntnisse, Zugänge und Freiräume eröffnen. Und wir können sie schon heute an Entscheidungen beteiligen, deren Folgen sie lange tragen werden. Ihre Skepsis gegenüber KI gehört in diese Gespräche. Wer sie ernst nimmt, erfährt auch, welche Formen technischer Abhängigkeit junge Menschen vermeiden wollen.
Bildung muss eigenes Denken ermöglichen
Deshalb gehört Bildung ins Zentrum dieser Debatte. Ein Kind braucht die Fähigkeit, einen schwierigen Text zu verstehen und die Tragfähigkeit einer Behauptung zu prüfen. Es muss lernen, Unklarheit auszuhalten, bevor eine Antwort vorliegt. Hinzu kommt das Verständnis dafür, wie KI-Systeme Ergebnisse erzeugen, wo sie scheitern können und welche Interessen ihren Einsatz prägen. Diese Fähigkeiten entstehen über Jahre und in unterschiedlichen Fächern. Ein zusätzliches Schulfach allein würde die Aufgabe kaum lösen.
Die Sorge, dass KI solche Lernprozesse beeinträchtigen kann, hat eine empirische Grundlage. In einem randomisierten Experiment mit knapp 1.000 Schülerinnen und Schülern an einer türkischen Schule untersuchten Hamsa Bastani und ihre Mitautoren zwei KI-Hilfen für Mathematik. Eine Variante ähnelte einem gewöhnlichen Chatbot, die andere gab gezielte Hilfestellungen und sollte fertige Lösungen zurückhalten. Mit Unterstützung bearbeiteten die Jugendlichen ihre Übungsaufgaben erfolgreicher. In der anschließenden Prüfung ohne Hilfsmittel schnitt die Gruppe mit dem gewöhnlichen Chatbot jedoch schlechter ab als die Kontrollgruppe. Bei der didaktisch begrenzten Variante verschwand dieser Nachteil weitgehend. Einen zusätzlichen Prüfungsvorteil erreichte auch sie nicht.
Diese Unterscheidung hat praktische Folgen. Eine gelungene Hausaufgabe zeigt zunächst, dass ein gutes Ergebnis vorliegt. Ob die Schülerin den Zusammenhang verstanden hat, muss sich anders erweisen. Lehrkräfte brauchen deshalb Aufgaben, bei denen Lernende ihren Lösungsweg erklären, auf Rückfragen reagieren und ihr Wissen auf einen veränderten Fall übertragen. Auch Phasen ohne KI haben darin einen begründeten Platz. Sie geben jungen Menschen Gelegenheit, die eigene Fähigkeit zu erleben und Lehrkräften die Möglichkeit, ihren Lernstand zu erkennen.
Ebenso ernst müssen wir die positiven Befunde nehmen. Eine randomisierte Untersuchung in einem Physikkurs an Harvard zeigte bei einem eigens entwickelten KI-Tutor größere kurzfristige Lernzuwächse als beim verglichenen Unterricht mit aktivierenden Lernformen. Daraus lässt sich kein allgemeines Versprechen für beliebige Chatbots ableiten. Das Ergebnis zeigt aber, dass eine durchdachte Gestaltung des Lernens mit KI Erfolg haben kann.
Selbst die Bezeichnung „Tutor“ bietet noch keine Gewähr dafür. Ein im Oktober 2026 veröffentlichtes IZA-Arbeitspapier über einen Versuch an einer amerikanischen Universität berichtet schlechtere Abschlussnoten nach Einführung eines kursbezogenen KI-Assistenten. Dabei nutzten nur etwa 15 Prozent der Studierenden mit Zugang das Angebot überhaupt; außerdem blieb überwiegend ein Modus eingestellt, der direkte Antworten erlaubte. Die vorläufigen Ergebnisse betreffen diese konkrete Einführung. Sie mahnen dazu, auch vermeintlich pädagogische Angebote auf ihre tatsächliche Wirkung zu prüfen.
Ich wünsche mir deshalb eine Bildungspolitik, die Lernfortschritte nachweist und Lehrkräfte bei dieser Arbeit unterstützt. Schülerinnen und Schüler könnten zunächst einen eigenen Erklärungsversuch formulieren und anschließend die KI bitten, Schwächen darin zu suchen. Sie könnten Quellen prüfen, auf die eine KI-Antwort verweist, oder unterschiedliche Lösungsvorschläge vergleichen. Solche Aufgaben verbinden technisches Verständnis mit eigenständiger Arbeit. Sie verlangen allerdings Unterrichtszeit, fachliche Vorbereitung und Begleitung.
Die deutsche Bildungspolitik hat diese Aufgabe inzwischen aufgegriffen. Bereits im Oktober 2024 verabschiedete die Bildungsministerkonferenz Empfehlungen zu KI in schulischen Bildungsprozessen. Am 16. Oktober 2026 ergänzte sie den Kompetenzrahmen „Bildung in der digitalen Welt“ um KI-bezogene Anforderungen. Dazu gehören die Prüfung erzeugter Inhalte, ein Verständnis möglicher Verzerrungen und der selbstbestimmte Einsatz der Systeme. Auch der Umgang mit Deepfakes und Desinformation gehört dazu. Das geht in die richtige Richtung und reicht weit über die Bedienung eines Chatbots hinaus.
Es gibt zudem praktische Umsetzungsschritte. Das hessische Kultusministerium meldete im Mai 2026, dass bereits zwei Drittel der Schulen des Landes den schulischen Chatbot nutzten. Diese Angabe zeigt Verbreitung, sie belegt noch keinen Lernerfolg. Genau hier müssen wir genauer werden: Welche Unterstützung erreichen Lehrkräfte? Welche Kinder profitieren? Können sie anschließend mehr selbst erklären und beurteilen? Die Antworten sollten darüber entscheiden, wie Schulen ihre Angebote weiterentwickeln.
Wie groß die Aufgabe bleibt, zeigt ICILS 2023. Damals erreichten 40,8 Prozent der Achtklässlerinnen und Achtklässler in Deutschland lediglich die beiden unteren Stufen computer- und informationsbezogener Kompetenz. Die Studie misst keine heutige KI-Kompetenz. Sie widerlegt aber die bequeme Vorstellung, junge Menschen könnten digitale Informationen schon deshalb souverän beurteilen, weil sie mit digitalen Geräten aufwachsen.
Als Vater möchte ich, dass meine Kinder technische Möglichkeiten kennenlernen und ihnen mit begründetem Selbstvertrauen begegnen können. Dazu gehört auch die Freiheit, eine Anwendung abzulehnen. Diese Entscheidung sollte aus Verständnis entstehen. Wer weiß, was ein System leistet und was er selbst können muss, kann seinen Einsatz bewusster wählen. Dafür brauchen Kinder gute Schulen und verlässliche Unterstützung, unabhängig davon, welche Kenntnisse und finanziellen Mittel ihre Eltern mitbringen.
Unternehmen müssen den Erwerb von Erfahrung neu organisieren
Dieselbe Aufgabe stellt sich nach der Schule im Betrieb. Wenn Unternehmen Tätigkeiten automatisieren, durch die bisher Nachwuchskräfte gelernt haben, sollten sie den Erwerb dieser Fähigkeiten neu organisieren. Dazu reicht es kaum, jungen Beschäftigten einen KI-Zugang zu geben und von ihnen bessere Ergebnisse zu erwarten. Sie brauchen Menschen, die ihre Entscheidungen besprechen und erklären können, weshalb ein plausibler Vorschlag im konkreten Fall ungeeignet ist.
Eine Nachwuchskraft könnte beispielsweise an einem überschaubaren Kundenfall zunächst eine eigene Einschätzung entwickeln. Danach vergleicht sie diese mit einer KI-Analyse und bespricht die Unterschiede mit einer erfahrenen Kollegin. Mit wachsender Sicherheit übernimmt sie umfangreichere Fälle und mehr Verantwortung. KI kann dabei zusätzliche Erklärungen und Übungsmöglichkeiten liefern. Ob tatsächlich Verständnis entsteht, zeigt sich daran, wie die Nachwuchskraft ihre Entscheidung begründet und auf neue Informationen reagiert.
Das kostet Zeit. Unternehmen sollten diese Zeit bei der Bewertung ihrer Produktivitätsgewinne berücksichtigen. Wer heute eine Stunde bei der Erstellung eines Entwurfs spart, könnte einen Teil davon für dessen gemeinsame Prüfung verwenden. Führungskräfte könnten neben Bearbeitungszeiten auch verfolgen, ob junge Beschäftigte anspruchsvollere Aufgaben selbstständig bewältigen und ob genügend Menschen für künftige Fachrollen heranwachsen. Damit würde die Entwicklung von Kompetenz als Teil der betrieblichen Leistung sichtbar.
Erfahrene Beschäftigte haben dabei eine besondere Möglichkeit. Sie können erklären, wie sie zu ihrem Urteil gelangen, welche Erfahrungen ihre Einschätzung prägen und wo sie selbst unsicher sind. Jüngere Kolleginnen und Kollegen können neue Verfahren erproben und bisherige Annahmen hinterfragen. Damit diese Zusammenarbeit gelingt, brauchen beide Seiten Zeit und die Bereitschaft, voneinander zu lernen. Lebensalter allein garantiert weder Urteilskraft noch technische Offenheit.
Wir sollten auch vermeiden, Verantwortung für das Denken ausschließlich an junge Menschen zu adressieren. Eine Untersuchung von Microsoft Research und weiteren Forschenden unter 319 Wissensarbeitenden fand einen Zusammenhang zwischen größerem Vertrauen in generative KI und geringerem selbst berichtetem Aufwand für kritisches Denken. Die Befragung belegt keinen dauerhaften Kompetenzverlust. Sie gibt aber Anlass, auch die eigenen Arbeitsgewohnheiten zu prüfen. Die Versuchung, eine überzeugend formulierte Antwort zu übernehmen, betrifft ebenso Menschen mit jahrzehntelanger Berufserfahrung.
An diesem Punkt komme ich auf die jungen Menschen zurück, die lieber selbst denken wollen. Ihr Anspruch verdient Unterstützung. Ich möchte ihnen zugleich zeigen können, wie KI ihnen hilft, anspruchsvollere Fragen zu bearbeiten und ihr eigenes Urteil zu schärfen. Das gelingt glaubwürdig, wenn wir ihnen entsprechende Lerngelegenheiten anbieten und selbst vormachen, wie man Antworten prüft.
Unsere Kinder werden eigene Wege finden müssen. Als Vater und Unternehmer kann ich dazu beitragen, dass sie dafür Wissen erwerben, Verantwortung erproben und wirtschaftliche Chancen erhalten. Bei der nächsten Entscheidung über eine Automatisierung gehört für mich deshalb die Frage dazu, welche Entwicklungsmöglichkeiten wir damit schaffen.
Wenn meine Kinder später auf diese Jahre zurückblicken, wünsche ich mir, dass sie unsere Entscheidungen als Ausgangspunkt nutzen können, auch für etwas, das wir selbst noch nicht gesehen haben. Dass wir heute mit KI mehr leisten können, eröffnet uns die Möglichkeit, ihnen genau diesen Freiraum zu geben.
Wir haben die Paywalls abgeschafft. Jede Woche veröffentlichen wir neue Essays und Podcast-Folgen, auf die du kostenlos zugreifen kannst.
Wenn du unsere Arbeit unterstützen möchtest, freuen wir uns über ein bezahltes Abo. Damit kannst du auch an unseren Podcast Live-Talks teilnehmen, im Live-Chat mitdiskutieren und dich im Substack Community Chat austauschen. Zugleich hilfst du uns, weitere Essays zu schreiben und spannende Podcast-Gäste einzuladen.
Unsere digitale Plattform ist Ihr Zugang zu praxisnaher Qualifizierung im Bereich Künstliche Intelligenz, speziell für Entscheider:innen und Teams im Mittelstand.
Ob kompakte Webinare, vertiefende Online-Kurse oder interaktive Branchenformate: Hier lernen Sie, was Sie wirklich brauchen, um KI im eigenen Unternehmen sicher und gewinnbringend einzusetzen.



