So oder so ähnlich beginnt fast jedes zweite Gespräch, das ich in diesem Jahr geführt habe. Ein Geschäftsführer, ein Vorstand, manchmal ein CFO, lehnt sich zurück, die Kaffeetasse schon leer, und sagt, man setze doch längst KI ein. Die Marketingtexte liefen jetzt über Copilot, das Kundenservice Team habe ein paar Prompts gelernt, die Produktivität sei spürbar gestiegen, man habe sogar eine interne Richtlinie dazu verabschiedet. Es klingt zufrieden. Es klingt nach einem Thema, das man abgehakt hat. Dann stelle ich die eine Frage, die das Gespräch eigentlich beenden müsste, aber fast nie gestellt wird. Hat sich dadurch euer Geschäftsmodell verändert? Meistens folgt Schweigen. Manchmal ein Schulterzucken, manchmal ein Blick zur Seite, als müsste jemand anders diese Frage beantworten. Genau in diesem Schweigen liegt das eigentliche Thema dieses Textes.
Einundvierzig Prozent
Laut der aktuellen Bitkom Studie 2026 setzen mittlerweile einundvierzig Prozent der Unternehmen in Deutschland künstliche Intelligenz ein, deutlich mehr als noch ein Jahr zuvor. Auf den ersten Blick eine gute Nachricht. Endlich Bewegung im German Angst Land, könnte man meinen, endlich die Zurückhaltung überwunden, über die seit Jahren geklagt wird. Doch die Zahl misst vor allem eines. Nutzung. Sie misst nicht, ob ein Unternehmen dadurch anders arbeitet, anders verkauft, anders denkt. Sie misst, ob irgendwo im Haus ein Sprachmodell im Einsatz ist, in einer Abteilung, bei ein paar engagierten Mitarbeitenden, oft ohne dass die Geschäftsführung genau weiß, wo und wie. Das ist ein Unterschied, der auf Vorstandsebene gerne übersehen wird, weil eine Nutzungszahl sich hervorragend eignet, um ein Thema für erledigt zu erklären. Haken gesetzt, Folie im Strategieboard aktualisiert, nächster Tagesordnungspunkt.
Produktivität ist nicht Transformation
Aus unzähligen Gesprächen mit Entscheidern im Mittelstand und in Konzernen ziehe ich eine andere Zahl als die einundvierzig Prozent. Eine deutlich unbequemere. Nicht mehr als fünf Prozent der Unternehmen, mit denen ich spreche, erleben tatsächlich das, was ihnen einmal versprochen wurde. Nicht bessere Texte. Nicht schnellere E Mails. Sondern ein verändertes Geschäftsmodell, eine neue Art, Wert zu schaffen, ein Angebot an den Kunden, das es ohne künstliche Intelligenz so nicht geben würde. Das ist keine amtliche Statistik, das ist meine eigene Beobachtung aus dem täglichen Austausch. Sie deckt sich aber auffällig mit dem, was der PwC AI Jobs Barometer 2026 unabhängig davon feststellt. KI erreicht demnach den Kern des deutschen Jobmarkts, treibt den eigentlichen Wandel der Fähigkeiten und Rollen aber kaum voran. Man nutzt. Man transformiert nicht.
Das ist die Unterscheidung, die auf den meisten Entscheiderebenen munter durcheinandergeworfen wird. Produktivität einzelner Personen und einzelner Abteilungen ist wichtig, aber sie ist nicht genug. Sie ist der leichte Teil, fast schon der bequeme Teil. Wandel im Geschäftsmodell, in der Wertschöpfung, im Angebot an den Kunden, das ist der schwere Teil, und genau der bleibt fast überall aus. Vielleicht war das Versprechen von Anfang an zu groß formuliert. Vielleicht war es genau richtig formuliert, und es ist schlicht niemand ernsthaft angetreten, es einzulösen.
Drei Blickwinkel auf denselben Stillstand
Man versteht das Ausmaß erst, wenn man sich die verschiedenen Blickwinkel im selben Unternehmen ansieht, denn sie widersprechen sich nicht, sie verstärken sich gegenseitig. Die IT Abteilung meldet nach oben, dass die Einführung erfolgreich verlaufen sei, Lizenzen ausgerollt, Schulungen durchgeführt, Nutzungszahlen im grünen Bereich. Aus ihrer Sicht stimmt das sogar, sie hat genau das geliefert, was beauftragt wurde, ein Werkzeug, keine Strategie. Die Belegschaft wiederum nutzt KI oft längst pragmatischer und weiter, als die Führungsebene ahnt, in Abteilungen, die niemand offiziell dafür freigegeben hat, häufig aus eigenem Antrieb, weil es den Arbeitsalltag erleichtert. Auch das ist eine Form von Fortschritt, nur eben eine, die von unten entsteht und selten oben ankommt, geschweige denn strategisch gebündelt wird. Und die Geschäftsführung sieht am Ende beide Signale, die erfolgreiche Einführung und die eigenmächtige Nutzung, und liest daraus, dass das Unternehmen das KI Thema im Griff hat. Drei Blickwinkel, drei ehrliche Eindrücke, und trotzdem addiert sich daraus keine einzige strategische Entscheidung über das eigentliche Geschäftsmodell. Genau diese Lücke zwischen drei zufriedenen Perspektiven und einem unveränderten Kern ist gefährlicher als offene Ablehnung, weil sie sich wie Fortschritt anfühlt.
Kein technisches Problem
Genau das ist der Punkt, an dem ich nicht länger von einem enttäuschten Versprechen sprechen möchte, sondern von einem Versagen. Nicht der Technologie. Der Führung. Deutschland verfügt über herausragende Lösungen, um künstliche Intelligenz sicher und regelkonform im Unternehmen einzusetzen. Das Werkzeug ist da. Was fehlt, ist die Bereitschaft, das Thema so zu behandeln, wie es behandelt werden müsste.
Vier Beobachtungen dazu, aus eben diesen Gesprächen. Erstens, KI ist in den seltensten Fällen Chefsache. Ein Chief AI Officer ist in deutschen Unternehmen noch immer die Ausnahme, meistens bleibt das Thema eine Stabsstelle, gut gemeint, schlecht ausgestattet, ohne echten Durchgriff auf Budget oder Geschäftsbereiche, und ohne Sitz in den Runden, in denen wirklich über das Geschäftsmodell entschieden wird. Zweitens, alte Infrastruktur bindet Kapazitäten, die für den eigentlichen Umbau gebraucht würden. Sie wird am Leben gehalten, gepflegt, geflickt, während die Organisation glaubt, damit schon genug getan zu haben, und jede IT Leitung kennt das Gefühl, mit der Wartung des Alten schon vollständig ausgelastet zu sein. Drittens, echte Transformation kostet Zeit und Geld, und genau diese Ressourcen werden ungern freigegeben, weil sich der Ertrag nicht in einem Quartal zeigt und sich schlecht in einer Kennzahl für die nächste Aufsichtsratssitzung verpacken lässt. Viertens, es fehlt an Kompetenz im Haus, und, das ist der eigentlich entscheidende Punkt, es fehlt an der Bereitschaft, diese Kompetenz von außen zu holen, aus Stolz, aus Kostenscheu oder schlicht, weil niemand weiß, wen man fragen sollte.
Alte Systeme und knappe Budgets sind reale Zwänge, kein Vorwand, das will ich nicht kleinreden. Jedes Unternehmen, mit dem ich spreche, hat legitime Gründe, warum gerade jetzt nicht der ideale Zeitpunkt ist. Aber diese Gründe erklären nicht, warum das Thema Transformation durch künstliche Intelligenz in den seltensten Fällen auf Vorstandsebene mit derselben Ernsthaftigkeit verhandelt wird wie eine Übernahme oder eine neue Marktstrategie. Genau das ist die Lücke. Nicht das Können fehlt. Die Priorität fehlt.
Was die wenigen anders machen
Die Unternehmen, die zu den viel zitierten fünf Prozent gehören, unterscheiden sich in einem Punkt fast immer von den anderen. Sie haben früh akzeptiert, dass sie diese Transformation nicht allein aus dem eigenen Haus heraus stemmen können. Sie haben sich Menschen geholt, die diesen Weg schon einmal gedacht, geplant und begleitet haben, statt intern bei null anzufangen und teure Umwege zu wiederholen, die andere längst hinter sich haben. Das ist kein Zeichen von Schwäche, es ist genau umgekehrt das erste Zeichen von echter Ernsthaftigkeit, denn wer zugibt, etwas nicht allein zu können, hat der Aufgabe zumindest die richtige Größe zugestanden.
Genau aus diesem Grund haben wir im Bundesverband für KI-Transformation e.V. angefangen, ein Umfeld aus ausgewiesenen Experten sichtbar zu machen, unter anderem über den Venture AI Excellence Award, der gezielt danach fragt, wer KI im Unternehmen wirklich zur Wirkung bringt und nicht nur einsetzt. Nicht als Werbung für den Verband, sondern als schlichte Beobachtung aus der täglichen Arbeit. Wer sich mit den Richtigen umgibt, überspringt Fehler, die andere gerade erst machen, und muss nicht jede Lektion selbst und teuer neu lernen.
Wer heute als Entscheider ernsthaft vorankommen will, sollte sich drei Fragen ehrlich stellen. Wer trägt bei uns die Verantwortung für KI, mit echtem Mandat, nicht nur mit einem Titel. Welche alte Struktur blockiert gerade den nächsten Schritt, und wann wird sie tatsächlich angegangen, nicht nur diskutiert. Und, vielleicht die unbequemste Frage von allen, wen haben wir eigentlich gefragt, der das schon einmal gemacht hat, bevor wir es selbst versucht haben.
Die Pointe lautet nicht, dass künstliche Intelligenz ihr Versprechen gebrochen hat. Die Pointe lautet, dass zu wenige Unternehmen ernsthaft angetreten sind, es einzulösen. Das ist keine Frage der Technologie. Das ist eine Frage der Führung. Und Führung lässt sich, anders als ein Sprachmodell, nicht einfach abonnieren.
Nicht jeder KI-Dienstleister ist ein Umsetzungspartner.
Genau deshalb bauen wir im Bundesverband für KI-Transformation e.V. das Venture AI Execution Partner Programm auf.
Wir suchen Unternehmen, Beratungen, Technologieanbieter und Umsetzungspartner, die KI nicht nur erklären, sondern tatsächlich in Organisationen bringen.
Mit belastbaren Lösungen. Mit nachweisbarer Kompetenz. Mit dem Anspruch, KI-Transformation messbar voranzubringen.
Das Venture AI Execution Partner Programm soll Unternehmen Orientierung geben und gleichzeitig den besten Umsetzungspartnern im Markt mehr Sichtbarkeit, Zugang und Geschäftsmöglichkeiten eröffnen.
Als Venture AI Execution Partner profitierst du unter anderem von:
Positionierung als qualifizierter Umsetzungspartner im Netzwerk des Bundesverbandes
Zugang zu Unternehmen mit konkretem Transformationsbedarf
Einbindung in Projekte, Execution Teams und Initiativen
Sichtbarkeit über unsere Plattformen, Veranstaltungen und Formate
Vernetzung mit Entscheidern, Experten, Startups und Technologiepartnern
einem Qualitätsrahmen, der Kompetenz von bloßem KI-Marketing unterscheidet
Wichtig:
Venture AI Execution Partner kann nicht einfach jeder werden.
Voraussetzung ist die Mitgliedschaft im Bundesverband für KI-Transformation e.V. sowie die entsprechende Qualifizierung über unseren Venture AI Excellence Award.
Wir wollen kein möglichst großes Partnerverzeichnis.
Wir wollen ein Netzwerk derjenigen aufbauen, die KI-Transformation in Deutschland wirklich umsetzen können.
Dein Unternehmen gehört dazu?
Dann findest du auf unser Website weitere Informationen, wie du in das Partnerprogramm aufgenommen werden kannst.




